Beobachtungen in Ihrem Cafe

Beobachtungen in Ihrem Café: Im Café „Savoir Vivre“ bei einem leckeren Café Crema

Es ist Sonntagnachmittag, herrliches Frühlingswetter, Familien schlendern entspannt durch die Innenstadt. Die Geschäfte haben geschlossen, die Cafés sind gut besucht. Im Eckcafé „Savoir vivre“ sitze ich wie so oft Sonntagnachmittag und genieße meinen Café Crema.

Obwohl ich mir gern mal an einem der seltenen freien Wochenenden ein gutes Buch oder die Sonntagszeitung gönne, sitz ich heute einfach nur da und schaue.

Kennen Sie das auch?

Ein Café oder Restaurant gefüllt mit bunten Menschen und Spaziergängern, die am Fenster vorbeischlendern. Und Sie könnten stundelang dort sitzen und die Menschen um Sie herum beobachten. Ein Kaufhaus mit Sitzecke zum Beispiel ist eine Oase für Analysten und Interpreten. 🙂

Was beobachten Sie dort?

Vielleicht eine Gruppe Jugendlicher auf der anderen Straßenseite, die mit ihren neuen iPhones prahlen? Ein alter Herr, der seiner Dame die Café-Treppe hinauf hilft? Ein verliebtes Paar am Tisch gegenüber – deren Café dürfte inzwischen kalt geworden sein? Ein junges Familienglück, welches die Augen nicht von ihrem süßen Baby lassen kann? Zwei redefreudige Frauen hinter Ihnen, die die spannenden Ereignisse des gestrigen Tanzabends auszutauschen scheinen? Der Kellner, der hinter dem Tresen eifrig für Kaffeenachschub sorgt? Oder der Herr mittleren Alters, der unruhig am Tisch neben Ihnen sitzt und dessen Blick zwischen seiner Uhr und der Tür nervös hin und her wechselt, der seinen zweiten Espresso bereits geordert hat? Auf wen mag er wohl warten?

Vielleicht beobachten Sie auch ganz andere Dinge, wenn sie dort sitzen, den warmen Kaffeeduft riechen und das bunte Treiben um Sie herum genießen.

Gedankenlesen?

Vor ein paar Monaten, es war Weihnachten, bekam ich ein Buch geschenkt. Ein Buch über das Geheimnis des Gedankenlesens (Thorsten Havener: „Ich weiß, was Du denkst“). Ich selber, kein Freund von Zauberei und Gedankenlese-Kunst, bedankte mich freundlich und stellte es in mein bereits gut gefülltes Bücherregal. Einige Wochen später fand ich es beim Aufräumen wieder und las doch neugierig ein paar Zeilen.

Davon möchte ich Ihnen einen kleinen Ausschnitt berichten. Sie werden vielleicht auch erstaunt sein, wie viel mehr man bei einem Café Crema wahrnehmen und an seinen Mitmenschen beobachten kann.

Probieren Sie es selbst aus!

Ein kleines Wahrnehmungsexperiment

Bitte nehmen Sie sich 30 Sekunden Zeit und sehen Sie sich in dem Raum um, in dem Sie sich gerade befinden. Bitte merken Sie sich in der nächsten halben Minute so viele grüne Gegenstände, wie Sie von Ihrem Platz aus sehen können. Lesen Sie erst dann weiter.

……

Haben Sie viele grüne Gegenstände gesehen? Gut, dann nennen Sie mir jetzt bitte, ohne sich erneut umzuschauen, drei gelbe Dinge aus demselben Raum. 🙂

……

Sehen Sie: Sie haben sich so sehr auf eine Sache konzentriert, dass Ihnen anderes verborgen geblieben ist! Auf diese Weise dringt vieles nicht in unser Bewusstsein. Wir haben es zwar gesehen, aber gleich wieder vergessen – wir haben es nicht realisiert.

Wir filtern so allerlei, nicht nur Kaffee…

Im Neurolinguistischen Programmieren (NLP) spricht man in diesem Zusammenhang auch von „Filtern“. Wir sehen nur das, was unsere Aufmerksamkeit nicht schon vorher herausgefiltert hat – wie eine rosarote Brille.

Wir beobachten etwas, aber unsere Erfahrung bestimmt das, was wir sehen. Dadurch sehen wir oft nicht mehr das, was es wirklich ist. Wir kreieren uns unsere eigene Welt.

Beginnen Sie damit, Ihr Umfeld und Ihre Mitmenschen genauer zu beobachten. Schenken Sie Ihnen mehr Aufmerksamkeit, wenn Sie mit Ihnen sprechen. Sie werden sehen, dass Sie nicht nur viel mehr entdecken als zuvor, sondern auch viel schneller eine gute Beziehung zu Ihrem Gegenüber aufbauen können.

Probieren Sie es aus! Öffnen Sie Ihre Sicht auf Ihre Umgebung. Sie werden dadurch neue Facetten des Lebens – Ihres Lebens – entdecken.

Inzwischen hat der Herr mittleren Alters Besuch bekommen. Eine Frau setzt sich zu ihm an den Tisch. Sie stellt zwei vollgepackte Einkaufstüten neben Ihrem Cafe-Sessel ab. Nun gibt es für beide Kaffee und saftig aussehenden Obstkuchen.

Für mich wird es Zeit, das Café zu verlassen.

Ich wünsche Ihnen offene Augen und Ohren. Nehmen Sie sich und Ihre Mitmenschen genau wahr. Seien Sie erstaunt, was Sie entdecken werden.

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.